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Gartenstadt mit zwei historischen Ortskernen

Haan – Stadtporträt, Wohnlagen und Lebensqualität

Haan liegt auf halber Strecke zwischen Düsseldorf und Wuppertal, am Übergang vom Bergischen Land zur Niederrheinischen Bucht. Rund 30.000 Menschen leben hier auf gut 24 Quadratkilometern. Damit ist Haan die drittkleinste der zehn Städte im Kreis Mettmann.

Einwohnerzahl30.000
Infrastruktursehr gut
Bildungsehr gut
Freizeitwertsehr gut
Verkehrsanbindungsehr gut
ÖPNVgut

Die Stadt trägt seit Juli 2017 offiziell den Namenszusatz Gartenstadt. Nachbarn sind Mettmann, Wuppertal, Solingen, Hilden und Erkrath. Im Norden fließt die Düssel durch das Stadtgebiet, im Süden die Itter, die über weite Strecken die Grenze zu Solingen bildet.

Wirtschaftlich orientiert sich Haan stark zur Rheinschiene. Architektonisch und kulturell ist die Stadt zugleich vom Bergischen Land geprägt. Sichtbar wird dies unter anderem an zahlreichen Fachwerk- und Schieferhäusern.

Die beiden Stadtteile von Haan

Das Stadtgebiet gliedert sich in die Haaner Kernstadt und den 1975 eingemeindeten Stadtteil Gruiten. Rund drei Viertel der Einwohner leben in der Kernstadt.

Die Kernstadt

Der Haaner Stadtkern ist über Jahrhunderte gewachsen. Bereits um 850 stand auf dem Alten Kirchplatz eine Kapelle. Die heutige evangelische Kirche an der Kaiserstraße wurde 1864 in Betrieb genommen und löste den romanischen Vorgängerbau ab. 1921 erhielt Haan die Stadtrechte.

Prägend für das Stadtbild sind zwei Bauphasen. Aus dem 18. Jahrhundert stammt das Becherhus von 1728, ein bekanntes Beispiel für die bergische Schieferbauweise. Aus der Zeit um die Jahrhundertwende stammen das Rathaus von 1903 und die historistischen Villen an Schiller-, Königs-, Bahnhof- und Düsseldorfer Straße.

Innerhalb der Kernstadt sind die historischen Bezeichnungen Oberhaan, Mittelhaan und Unterhaan bis heute gebräuchlich. Teile von Ober- und Mittelhaan wurden zum Jahreswechsel 1944 auf 1945 zerstört und danach neu bebaut.

Gruiten

Gruiten wurde am 1. Januar 1975 nach Haan eingemeindet. Zuvor hatten sich die Bürger beider Orte gemeinsam gegen eine Eingliederung nach Solingen beziehungsweise Wuppertal gewehrt. Eine Großdemonstration in Düsseldorf im Mai 1974 gilt bis heute als Wendepunkt.

Der alte Ortskern ist die größte intakte historische Siedlung auf Haaner Stadtgebiet. Ältestes Bauwerk ist der Turm einer romanischen Kirche. Das Haus am Quall lässt sich in Teilen auf das 14. Jahrhundert datieren und wird nach der Restaurierung für Veranstaltungen genutzt.

Über dem Dorf stehen zwei Kirchtürme: die evangelisch-reformierte Kirche von 1721 und die katholische St.-Nikolaus-Kirche von 1879. Seit 1985 gibt es in Gruiten außerdem die Freie Waldorfschule Haan-Gruiten.

Denkmalbereiche und Stadtbild

Haan besitzt drei Denkmalbereiche und mehr als 130 eingetragene Denkmäler. Das ist für eine Stadt dieser Größe eine bemerkenswerte Zahl und prägt das Erscheinungsbild ganzer Quartiere.

Der Denkmalbereich Nachbarsberg schützt eine der letzten alten Hofschaften in Ortsnähe. Die Hofschaft wurde 1312 urkundlich erwähnt. Erhalten ist eine Gruppe von zehn ehemaligen Weber- und Schleiferhäusern aus Schiefer und Fachwerk.

Der Denkmalbereich Stadtmitte umfasst den historischen Kern rund um die Kaiserstraße. Ein von der Stadt herausgegebener historischer Stadtrundgang führt zu den wichtigsten Gebäuden und Plätzen dieses Denkmalbereichs.

Der Denkmalbereich Gruiten-Dorf wurde 1989 rechtskräftig. Begründet wurde die Unterschutzstellung damit, dass es sich um einen der wenigen erhaltenen historischen niederbergischen Dorfkerne handelt. Für das Dorf gibt es einen Audioguide mit 22 Kapiteln.

Infrastruktur und Verkehrsanbindung

Haan ist gut erschlossen. Die A46 führt mit zwei eigenen Anschlussstellen durch das Stadtgebiet, dazu kommt die B228 von Düsseldorf-Benrath nach Wuppertal-Vohwinkel.

Im Schienenverkehr unterscheiden sich die beiden Stadtteile. Der Bahnhof Haan wird von der Regionalbahnlinie RB 48 bedient und bietet unter anderem direkte Verbindungen nach Wuppertal, Solingen und Köln. Am Bahnhof Haan-Gruiten halten neben der RB 48 weitere Regionalzüge sowie die S-Bahn-Linie S 8, die unter anderem Verbindungen in Richtung Düsseldorf, Wuppertal und Hagen ermöglicht.

Buslinien verbinden Gruiten mit dem Haaner Zentrum und weiteren Orten im Kreis. Bis Düsseldorf sind es 18 Kilometer, bis Wuppertal 13, bis zum Flughafen Düsseldorf 22 Kilometer.

Bildung und Betreuung

Haan verfügt über ein breites Schulangebot. Die Stadt ist Trägerin von vier Gemeinschaftsgrundschulen und einer katholischen Grundschule. Als weiterführende Schulen stehen die Städtische Gesamtschule Haan und das Städtische Gymnasium Haan zur Verfügung.

Hinzu kommt die Freie Waldorfschule Haan-Gruiten. Die Volkshochschule wird gemeinsam mit der Nachbarstadt Hilden im Zweckverband betrieben. Außerdem gibt es eine städtische Musikschule und die Stadtbücherei am Neuen Markt.

Natur, Freizeit und Sehenswürdigkeiten

Die Stadt ist von einem durchgehenden Grüngürtel umgeben. Er reicht vom Osterholz im Nordosten über das Ittertal im Süden bis zum Hildener Stadtwald im Westen. Im Nordwesten schließen das Düsseltal und die Ausläufer des Neandertals an.

Auch innerhalb des Siedlungsgebiets bleibt Grün erhalten. Das Haaner Bachtal reicht vom Osten bis nahe an die Innenstadt, im Westen liegt der Bereich um den Sandbach. Ergänzt werden diese Landschaftsräume durch Grünanlagen und bepflanzte Aufenthaltsbereiche in der Innenstadt.

Das Ittertal ist seit 1997 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Auf rund vier Kilometern Haaner Stadtgebiet erinnern acht ehemalige Kotten und Mühlen an die Kottenwirtschaft, in der Wasserkraft Schleifsteine und Schmiedehämmer antrieb. Bis auf die Breidenmühle sind sie erhalten, teils als Wohnhaus, teils als Restaurant.

An der Stadtgrenze zu Erkrath steht die Mahnertmühle, deren Ursprung im 14. Jahrhundert liegt. Sie steht seit 1982 unter Denkmalschutz. Die aufgelassenen Steinbrüche bei Gruiten-Dorf beherbergen seltene Orchideen sowie Kreuz- und Geburtshelferkröten, betreut von einem örtlichen Naturschutzverein.

Durch das Stadtgebiet führen der Bergische Weg und der Neanderlandsteig. Für Veranstaltungen stehen unter anderem das Forum Haan und der Historische Ratssaal zur Verfügung. Dazu kommen ein städtisches Schwimm- und Sportbad sowie ein Jugendhaus mit regelmäßigen Konzerten.

Über das Stadtgebiet verteilt stehen acht großformatige Figuren des Haaner Stadtmaskottchens „D’er Haans“. Die bis zu 4,50 Meter hohen Skulpturen wurden vom Künstler Franz Leinfelder gestaltet. Hinzu kommen 18 kleinere Ausführungen.

Brauchtum und Vereinsleben

Der Höhepunkt des Haaner Jahres ist die Haaner Kirmes. Die Straßenkirmes zieht jährlich rund 400.000 Besucher an, beginnt am Samstag und endet am letzten Dienstag im September. Dafür werden die komplette Innenstadt und ein Teil der B228 gesperrt.

Für die Haaner hat die Kirmes den Stellenwert, den anderswo der Karneval einnimmt. Am Kirmesmontag schließen Geschäfte und Ämter früher, die Kinder haben schulfrei. Dieser Tag gilt als Treffpunkt der Einheimischen.

Zwei weitere Termine prägen den Kalender. Beim Haaner Sommer wird der untere Teil des Neuen Markts in den Sommerferien mit Sand zu einem Stadtstrand umgestaltet. Die Haaner Gartenlust öffnet jährlich am ersten Sonntag im Juni private Gärten für das Publikum.

Haan pflegt vier Städtepartnerschaften: mit Eu in Frankreich, Berwick-upon-Tweed in Großbritannien, Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt und Dobrodzień in Polen. Seit 1994 trägt die Stadt den vom Europarat verliehenen Titel Gemeinde Europas.

Wirtschaft in Haan

In Haan sind Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen ansässig, darunter Betriebe aus der Glasverarbeitung, dem Einzelhandel und der Audiotechnik.

Eine Besonderheit ist, dass Haan zum räumlichen Geltungsbereich der Solingenverordnung gehört. Unter den dort geregelten Voraussetzungen dürfen auch Haaner Unternehmen Schneidwaren mit der geschützten Herkunftsangabe „Solingen“ kennzeichnen.

Immobilienmarkt in Haan

Der Immobilienmarkt in Haan hat 2025 deutlich angezogen. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Mettmann registrierte 288 Kaufverträge, ein Plus von 42,6 Prozent. Das entspricht einem Plus von 42,6 Prozent und damit dem stärksten Zuwachs unter den acht Städten, die vom Gutachterausschuss des Kreises Mettmann betreut werden.

Bemerkenswert ist die Angebotsseite. Im gesamten Berichtsjahr wurde in Haan kein Kaufvertrag über ein neu gebautes Ein- oder Zweifamilienhaus registriert. Der Grundstücksmarktbericht, welcher notarielle Kaufverträge erfasst, verweist in diesem Zusammenhang auf die weitgehend ruhende Bautätigkeit und fehlende Neubaugebiete. Gleichzeitig hat die Stadt bis 2033 ein Defizit von 210 bis 360 Wohneinheiten festgestellt.

Aktuelle Zahlen finden Sie in unserer Übersicht der Verkaufspreise in Haan.

Eine Übersicht der aktuellen Mietpreise in Haan steht Ihnen ebenfalls zur Verfügung.

Die Einordnung des Gesamtmarktes liefern aktuelle Marktberichte.

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Tobias Otten ist Ansprechpartner für den Verkauf und die Vermietung von Immobilien in Ratingen

Tobias Otten

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